copyright Madi Jasper (2012)
Madi Jasper siderische Astrologieberatung
Der siderische Tierkreis
Struktur des siderischen Tierkreis: Bedeutung der Fixsterne
Vor ca. 2000 Jahren wurden verschiedene Sternkonstellationen nahe der Ekliptik als wichtige Orientierungspunkte verwendet, darunter waren Fixsterne wie: Regulus, Antares, Aldebaran, Sirius, Vega etc…. Die Sternbilder wurden benannt nach Widder, Stier,  Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Sie wurden aus Bequemlichkeit einfach "Zeichen" genannt. Die Chaldäer (1000 v.Chr.) fixierten drei Sterne in jedem Zeichen oder Gruppe von Sternen, um schließlich die Bewegung der Sonne und des Mondes messen zu können. Die 3 Sterne waren wie folgt ausgewählt:  einer nördlich, einer südlich und einer auf der Ekliptik. Die Babylonier beobachteten, dass die Sonne die Ekliptik in 365 Tage umrundete und der Mond die Sonne 12-mal an 365 Tagen passierte.  Also wurde die Idee der Aufteilung des Tierkreises in 12 Teile geboren. Und der siderische Tierkreis wurde eingeteilt in zwölf gleiche Zeichen die jeweils durch drei Sterne gekennzeichnet sind.  Zur Bestimmung der Grenzen der einzelnen "Zeichen", haben die Babylonier dann einige Sterne mit bekannten Positionen genutzt: * Aldebaran im Sternbild Stier, der ist genau in der Mitte bei 15 ° * Antares im Sternbild Skorpion, der genau gegenüber Aldebaran, also15 Grad    im Skorpion ist * Regulus, 5° im Löwen * Fomalhaut auf 9° im Wassermann * Spica, der das Ende der Jungfrau mit 29° markiert * Die Plejaden sind 5 ° im Stier Das ist der Tierkreis, der in erster Linie die Struktur des siderischen Tierkreises bildet. Der Weg der Sonne heißt Ekliptik. Sie wurde eingeteilt in 12 gleiche Teile. Diese Zwölfteilung hatte anfangs nicht Namen, sondern Zahlen. Das erste Zwölftel als Beginn war der Gamma-Punkt selbst (als Frühlingspunkt bekannt) und war bestimmt durch die Positionen von Antares und Aldebaran.
Die Zeichen und  die Zwölfteilung, Hipparchos’ Fehler
Hipparchos  von Nicäa (2. Jahrhundert v. Chr.) hat auf die astronomischen Erkenntnisse der Babylonier aufgebaut und das Phänomen der Präzession der Äquinoktien entdeckt. Er hat in seiner Zeit festgestellt, dass der Punkt ‘Gamma’ 0 °  im Sternzeichen Widder liegt sowie im "Knoten der Fische" (Al Rischa).  Er hat diesen als Referenzpunkt festgelegt für die Berechnung der Positionen des ‘Gamma’ anstelle der Fixsterne. Damit begann die Verwirrung, denn er gab dem ersten Zwölftel des Tierkreises den Namen des Sternzeichen Widder, obwohl die Sternzeichen in 30 ° Abstand positioniert waren ausgehend von der Achse Antares / Aldebaran. Aus diesem Grund trägt fortan das erste Zwölftel des Tierkreises den Namen des Widders und nicht mehr eine Zahl, wie es bis dahin üblich war. Ptolemäus selbst schrieb dies in seinem Buch den "Tetrabiblos". Leider blieb dieser Fehler (Frühlingspunkt am Beginn des Widders) bis heute verewigt. Gleichzeitig war dies der Ursprung der tropischen Astrologie, da diese am Frühlingspunkt festhielt.
Der Tierkreiszeichenmensch
Die Erkenntnisse des Tierkreiszeichenmenschen reichen zurück bis 1500 v.Chr. Warum ist der Widder am Beginn des siderischen Tierkreises, warum nicht im Stier bei Aldebaran? Eine weitere Frage ist, warum der Kopf des Tierkreismenschen dem Widder zugeordnet wurde? Marie Delclos gibt eine Antwort darauf in ihrem Buch “Astrologie racines secretes et sacrées” (Astrologie, die geheimen und heiligen Wurzeln). Die Milchstraße ist die Referenz, auf derer der Tierkreiszeichenmensch basiert. Die Milchstraße teilt den Tierkreis in zwei Teile, zwischen den Sternbildern Schütze und Skorpion einerseits und zwischen den Sternbildern Stier und Zwilling auf der anderen Seite. Die Alten betrachteten die Milchstraße als den göttlichen Samen und hatten bemerkt, dass sie sich gabelt im Schütze, analog der Leistengabelung des Schützen bzw. ähnlich den Oberschenkeln des menschlichen Körpers. Also wurde auch der Schütze als Mittelpunkt des Tierkreiszeichenmenschen festgelegt. Daher wurden die Oberschenkel des Tierkreismenschen im Sternzeichen Schütze positioniert. Geht man nun weiter durch den Tierkreis und ordnet die Segmente des Körpers nachfolgend den Zeichen zu (z.B. Steinbock = Knie usw.) findet man zwangsläufig wieder zum Widder, der den Kopf symbolisiert. Damit war der Anfang des Tierkreises festgelegt: Der Widder symbolisiert durch den Kopf. Der Tierkreiszeichenmensch:
Dies ist die eigentliche Begründung, warum der Tierkreis im Widder beginnt. Nun muss noch geklärt werden, wo genau der Nullpunkt als Referenzpunkt für den Tierkreis gesetzt wird. Zu Zeiten Hipparchos fiel der Frühlingspunkt mit dem „Knoten der Fische“ (Alrischa) zusammen. Dieser liegt auf der Grenze zwischen Widder und Fische. Jedoch war schon lange Zeit vor ihm (Aratus, ca. 310-245 v.Chr.) der Stern Alrischa als Grenzpunkt zwischen Widder und Fische bekannt und mit obiger Kenntnis gleichzeitig Beginn des siderischen Tierkreises. Leider wurde in den Überlieferungen immer vom Frühlingspunkt als Referenz und Beginn des Tierkreises ausgegangen, was zum tropischen Tierkries führt.   Resümé: Vor 2000 Jahren war der Frühlingspunkt ‚Gamma‘ bei 29°33‘ im Zeichen Fische auf dem Stern Alrischa, der auch als Knoten der Fische oder Himmelsknoten bekannt ist. Dieser Punkt g ist nun nach 2000 Jahren 29° weiter gerückt und hat das erste Zeichen des Tierkreises fast passiert. Im Jahre 2025 ca. wird der Frühlingspunkt am Beginn der Wassermanns ankommen – wir werden in das Wassermannzeitalter eintreten.
Z u s a m m e n f a s s u n g
Der tropische Tierkreis ist der Tierkreis, der von den meisten Astrologen angewendet wird und auf den Jahreszeiten, der Tag-und Nachtgleiche und der 4 Punkte basiert. Jedoch wie ist dieses Modell der Jahreszeiten anwendbar in der südlichen Hemisphäre? Der tropische Tierkreis berücksichtigt nicht die Verschiebung des Gamma-Punktes und ist der Auffassung, dass dieser Punkt, der Frühlingspunkt, immer im Zeichen des Widders beginnt. Es ist also völlig absurd, dass über die Zeitenwende gesprochen wird, obwohl wir aus Sicht des tropischen Tierkreises immer im Zeitalter der Fische bleiben werden. Die Präzession der Aquinoktien, die niemand bestreitet, wird vollständig in der tropischen Astrologie ignoriert. Der siderische Tierkreis basiert auf der Milchstraße und den Fixsternen als Referenz. Er ist ein Modell der himmlischen bzw. astronomischen Realität, nicht ein von der Realität losgelöstes Gebilde. Er bleibt natürlich ein Modell, da die Konstellationen in der Realität nicht genau 30° betragen und auch nicht gleichverteilt sind über dem Tierkreis. Dennoch funktioniert er sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Hemisphäre. Schließlich haben die Vorfahren vor 4000 Jahren ausschließlich den Himmel beobachtet, um Antworten auf die Fragen zu finden, weil sie feststellten, dass bestimmte Himmelserscheinungen Auswirkungen auf die Erde hatten.   Die Wissenschaft in der Antike basierte auf der kosmografischen Realität und den Planeten. Eine Trennung von Astronomie und Astrologie bildete sich erst viel später heraus. Hipparchos hat erstmals mit Hilfe der Erkenntnisse der Babylonier die Präzession der Äquinoktien berechnet.   Abschließend muss noch mal erwähnt werden, dass viel Wissen aus der Vorzeit verloren gegangen ist. Das Wissen der Gelehrten zur Zeit der Antike oder vorher ist hauptsächlich mündlich weiter gegeben worden oder wenn schriftlich, dann in verschlüsselter Form, um das heilige Wissen zu schützen.
Der Tierkreismann im Stundenbuch des Herzogs von Berry aus dem 15.Jh. Quelle: M. Voigt: Schnellkurs Astrologie, Dumont Verlag Köln, 2004, S. 38
Abb.: Siderischer Zodiak mit dem Galaktischen Zentrum (N.G.). Der Himmelsknoten (Etoile du Noeud des Poissons = Alrischa) markiert den Übergang zwischen Füße und Kopf des Tierkreismenschen.
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