copyright Madi Jasper (2012)
Madi Jasper siderische Astrologieberatung
I n v e r s e s  H ä u s e r s y s t e m
Siderische Astrologie Vedische Astrologie Gästebuch Die astrologischen Häuser - Einführung Die Richtung des Häusersystems
Die Tierkreiszeichen berücksichtigen den Umlauf der Erde um die Sonne. Unberücksichtigt bis jetzt blieb die tägliche Drehung der Erde um sich selbst. Es geht um die Tatsache, dass alle Planeten jeden Tag aufgehen, kulminieren und wieder untergehen – so wie wir es von der Sonne her kennen. Diesem Fakt wird durch die Häuser (Felder oder Orte) Rechnung getragen. Dies bezieht den tatsächlichen Ort des Ereignisses in einem Horoskop ein und macht es dadurch individuell. Ein astrologisches System der Häuser erscheint erstmals in der Astronomica von Manilius (1. Jh.). Daher werde ich nachfolgend daraus zitieren. Unter der Vielzahl der Häusersysteme kann grundsätzlich zwischen einem äqualem und inäqualem System unterschieden werden. Das äquale Häusersystem ist das älteste, einfachste und daher auch am häufigsten anzutreffende Verfahren. Es werden 12 gleich große 30 Grad Abschnitte beginnend beim Aszendenten entgegen dem Uhrzeigersinn gebildet. Beim inäqualen Häusersystem sind die sich gegenüberliegenden Häuser gleich groß, ansonsten aber nicht gleich. Der Beginn eines Hauses wird Häuserspitze genannt. Jedes Haus entspricht weiterhin einem Tierkreiszeichen und wird in der Deutung einem Lebensbereich im Alltag zugeordnet. Ich wende in meiner Methodik ein inäquales Häusersystem an, jedoch mit einer Zählrichtung im Uhrzeigersinn, weshalb ich vom inversen Häusersystem spreche. Nachfolgend erkläre ich die Hintergründe dazu.
Die Häuser sind im Einklang mit der täglichen Bewegung und folgen dem Lauf der Sonne. Tatsächlich gehen alle Planeten im Osten auf, steigen aufwärts zum höchsten Punkt am Himmel und steigen dann wieder ab bis sie am westlichen Horizont verschwinden. Das ist, was wir täglich sehen mit dem Lauf der Sonne, aber ebenso Mond, Venus, Merkur und die anderen Planeten folgen analog. Ist eine Person um 12:00 Uhr geboren wird seine Sonne am höchsten Punkt in der Himmelsmitte stehen - eine Tatsache, die niemand bestreitet. Wenn die Sonne aufgeht über dem Horizont, warum wird sie auf der Radix dem Haus I unterhalb des Aszendenten zugeordnet? Das macht keinen Sinn. Dies ist der Grund, wieso Jacques Dorsan (1912-2005; einer der Pioniere der siderischen Astrologie in Frankreich und Mitglied der AFA) begonnen hat, darüber nachzudenken und Studien zu machen. Er sah sich vor allem Horoskope der Menschen an, die geboren wurden, wenn die Sonne aufgeht (6 Uhr früh GMT), somit ihre Sonne unter dem Horizont steht (im herkömmlichen Sinne) und diejenigen, die geboren wurden in den frühen Morgenstunden, bevor die Sonne aufgeht (etwa 5 Uhr früh GMT), ihre Sonne nach der traditionellen Astrologie also über dem Horizont steht. Aber die Bedeutung der Sonne im Haus 1 ist gegensätzlich zur Sonne im Haus 12.   Die Sonne in Haus 1 zeigt, dass die Person „glänzen“ möchte, sie will hervorgehoben werden, betrachtet, bewundert, angehört werden und sucht die Lobhudelei der anderen, wenn sie nicht zumindest die Anerkennung ihrer Talente bekommt. Sie denkt als erstes an sich selbst, das eigene Ego ist sehr wichtig. Die Sonne im Haus 12 zeigt jedoch eine dezente Persönlichkeit, die mehr diskret ist, auch der heimlichen Liebe nicht abneigt, manchmal meditiert und nicht unbedingt versucht die Lobhudelei der anderen zu bekommen. Dies sind in der Tat zwei sehr unterschiedliche Temperamente. Beim Blick auf die Beispiele mit der Sonne in Haus 1 und 12, fand er heraus, dass Menschen, die nach außen strahlten ihre Sonne in Haus 12 hatten, während bei den diskreten Personen ihre Sonne in Haus 1 stand! Dann begann er weitere Nachforschungen anzustellen zu dem was die Alten sagten zur Bedeutung der Häuser. Manilius hat uns in seinem Werk Texte überliefert, in denen er den Häusern Namen gibt, aber keine Nummern. Aber Ptolemäus hat erstmals in seinem Tetrabiblos eine Nummerierung der Häuser eingeführt und diese in eine falsche Richtung gebracht. Nun, war dies ein Fehler oder war es Absicht? Warum sollte diesen genialen Mathematiker und Astronom so ein Fehler unterlaufen? Falls es Absicht war, dann nur um das Wissen um die Geheimnisse der Astrologie zu schützen und unter den hohen Gelehrten auszutauschen. Denn zu dieser Zeit bedeutete Astrologisches Wissen gleich Macht. Selbst der König Friedrich Barbarossa hat sich für seinen zweitältesten Sohn 1164 ein Horoskop erstellen lassen und das zu einer Zeit, in der die astrologica superstitiosa (Individual-Astrologie) von der Kirche verboten wurde. Dies ist übrigens das älteste noch überlieferte Horoskop in Deutschland.
Die 4 Quadranten
Manilius schrieb: Drum konzentriere dich nun, die Hauptpunkte kennenzulernen, welche insgesamt vier auf den Kosmos von jeher verteilt sind und die eilenden Zeichen nacheinander erfassen: Einer erhebt sich von Aufgang des Himmels hinauf in die Wölbung,…, auf der entgegengesetzten Seite des Äthers der andre,…, drittens bezeichnet ein weiterer die Wölbung des ragenden Himmels,…, fest in der Tiefe verharrt der vierte, berühmt, denn dem Himmel bietet er Halt, wo die Sterne die Rückkehr beginnen und nicht mehr sinken, und sieht ihren Unter- und Aufgang in gleicher Entfernung.“ [1] Damit werden die 4 wichtigsten Punkte, auch Eckpunkte oder Kardinalpunkte genannt, definiert, der Aszendent, der Deszendent, das Medium Coeli (die Himmelshöhe), das Immun Coeli (die Himmelstiefe). Im weiterem geht Manilius auf die Bedeutung und Wirkung dieser Punkte ein, wobei „Größte Bedeutung besitzt, der im Kulminationspunkt gebietet,…“. Als zweitwichtigster Punkt wird das Immun Coeli genannt „Wenn auch der nächste nur an den untersten Standort gesetzt ist,…“. Dann folgen Aszendent und Deszendent „Weiter erhebt sich nach jenem als dritter der Hauptpunkt, der in sich jenen strahlenden Aufgang wo die Sterne erstehen. … Endlich der Punkt, der die Sterne nach ihrem Lauf durch den Kosmos aufnimmt und westlich zur untergetauchten Sphäre hinabblickt,… Natürlich genügt es nicht, nur die 4 Punkte zu betrachten, sondern auch die Abschnitte dazwischen. Die 4 Quadranten, die sich aus diesen Grenzpunkten ergeben, bilden laut Manilius das Leben einer Person ab, dass sich in 4 Phasen vollzieht: Der, der vom Anfang zur höchsten Höhe des Alls sich emporwölbt, nimmt die früheste Zeit und die Jahre des Kleinkindalters in Anspruch. Welcher sich abwärts senkt vom höchsten Scheitel des Kosmos, bis er den Untergangspunkt erreicht, übernimmt die späte Kindheit und lenkt majestätisch die zärtlichen Jahre der Jugend. Jener Quadrant, der vom Untergang abwärts zum Tiefpunkt der Sphäre reicht, beherrscht die folgenden Zeiten erwachsenen Lebens, … Jener jedoch, der unter dem Aufgang im Rücklauf den Kreis schließt, … umschließ gegen Ende die späteren Jahre und auch des Lebens schwindende Frist und das zittrige Alter. Dies sei veranschaulicht durch folgende Grafik:
Daraus ist ersichtlich, dass der 1. Quadrant den Abschnitt zwischen Aszendent und MC markiert und nachfolgend die weiteren bis sich der Kreis schließt. Dies wird jedoch häufig gegenteilig dargestellt. Schon bei Betrachtung der Kardinalpunkte geht M. im Uhrzeigersinn vor. Nun wird jeder Quadrant in 3 Häuser eingeteilt, so dass wir auf 12 Häuser kommen.
[1] Quelle: Manilius, Astronomica, Astrologie Lat./Dt.,Hrsg. Wolfgang Fels, Reclam Verlag Stuttgart 1990, S.171ff. Alle nachfolgenden Zitate aus dieser Quelle sind kursiv markiert.
Die Häusernamen
Zu Zeiten des Altertums gab es keine Nummerierung der Häuser. Stattdessen hatten die Häuser Namen bekommen, die schon eine Indikation auf deren Bedeutung gaben. Den Einfluss der Häuser auf die Gestirne beschreibt M. so: „Denn der Charakter des Hauses ist stärker, er wartet in seinen Grenzen mit seiner Wesensart auf und zwingt den Gestirnen, die sie durchlaufen, den eigenen Stil auf…   a) Die kardinalen Häuser I, IV, VII, X Die oben beschriebenen 4 Eckpunkte repräsentieren auch die gleichnamigen Häuser. Der Aszendent (AC), der Ort, „wo die Sterne erstehen, wo die Rückkehr des Tages erfolgt und die Teilung der Stunden;“, ist von den Griechen Horoskopos (hora = Stunde, skopéin = beobachten) genannt worden. Manilius hat an keiner Stelle seines Gedichtes (ja die Astronomica ist in Gedichtform geschrieben) genaue Ausführungen über die Richtung der Häuser getätigt. Jedoch lässt sich dies anhand seiner Ausführungen ableiten. Dieser entscheidet den Lebensverlauf, bestimmt den Charakter, leiht Unternehmungen Glück und erschließt Beruf und Berufung, wie wir nach der Geburt die ersten Zeiten erleben. Es bestimmt den Grundcharakter der Person, sein Temperament, sein äußeres Erscheinungsbild. Es scheint daher logisch, das Haus I dem Aszendenten zuzuordnen. Doch nun die Frage oberhalb oder unterhalb des AC? Da die Häuser den Tagesverlauf abbilden und den Sternen folgen, kann es nur oberhalb des AC sein. Dies würde auch einhergehen mit dem 1. Quadranten, der den Beginn des Lebens symbolisiert. Das MC,“…wo der Anstieg ganz oben ein Ende findet und wo der Abstieg den Anfang nimmt… hat Glück als Namen und „…Venus erhebt auf dieses Haus im Tierkreis den Anspruch.“ Dies entspricht dem Haus IV, „beherrscht der Ruhm auf erhabenen Throne“, was sinnbildlich mit Karriere verbunden werden kann. Es spricht über das Leben in der Öffentlichkeit. Der Deszendent (DC), der Ort am „Untergang … und versenkt die Gestirne“ wird Tor des dunklen Pluton genannt und entspricht dem Haus VII. „Und in der Tat beansprucht der Ort den Schutz über Treue und Beständigkeit.“ Es spricht sinnbildlich über Beziehungen mit anderen, mit Gruppen und Vereinigungen und Verträge jeglicher Art (einschließlich Ehe) sowie Auseinandersetzungen (gerichtliche Prozesse). Das IC, „…im Punkt vis-à-vis (dem MC) der die Grundfesten haltende Kosmos festliegt, die abgewandte Wölbung von unten betrachtet und gegen Mitternacht lagert, in jenem Bereich übt Saturnus seine Einflüsse aus…“. Der Name ist Dämonium, es entspricht dem Haus X und spricht über die Privatsphäre (im Verborgenen) sowie das Ende des Lebens („Geschicke der Greise“). In der Tat markiert Saturn die Zeit und das Alter, und hier ist er in Analogie mit dem zehnten Haus und bezieht sich auf das Zeichen des Steinbocks. b) Die nachfolgenden Häuser II, V, VIII und XI Das nächste Haus nach dem Aszendenten ist das Haus II und zusammen mit dem gegenüberliegenden Haus VIII symbolisieren sie die „Tore der Plage“: „man muss hinauf wie hinunter.“ Es „ist voller Unheil, den kommenden Dingen feind und an Schaden überaus reich.“  Im Haus II geht es um Verdienst, aber auch um finanzielle Verluste, Haus VIII korrespondiert mit Geld von Verträgen und Tod. Das Haus V folgt nach dem MC und wird männliche Gottheit genannt: „Aber die Sterne nach Mittag und hinter der erstmals gekrümmten Kuppel des von der höchsten Höhe sich neigenden Kosmos…“. Das fünfte Haus ist das Haus der Freude, Kinder, Kreativität, Kunst und Liebe. Es ist die Heimat des Schönen und unterstützt die guten Seiten aller Häuser. Diesem gegenüber liegt das Haus XI, was auf römisch weibliche Gottheit bezeichnet wird, „das als erstes aller untersten Häuser emporsteigt und wieder dem Himmel rückführt, sowie dem Geschick und dem Tod von Brüder gebietet;“. Es spricht von Hoffnungen und Träumen was durch den Mond symbolisiert ist. Er ist das Symbol der Nacht wie auch der Geheimnisse.   c) Die fallenden Häuser III, VI, IX und XII  Das nächste Haus dem Tagesverlauf folgend und angrenzend am Höchstpunkt des Himmels ist das Haus III und wird Fortuna (die Glückliche) genannt: „das höchste begleitet Vollendung; schlechter werden die Bahnen von, und erfüllt sind die Wünsche.“ Jupiter bewohnt dieses Haus. Es spricht über die Seele, Ideale, über kleine Reisen und Geschwister. Diesem Haus gegenüber, dass „… an den untersten Punkt des versunkenen Kosmos sich anlehnt“, ist das Haus IX, dessen Name mit Daimonie aus dem Griechischen überliefert wurde. Das Haus VI steht über dem westlichen Himmel (DC) und vis-à-vis unterm Ostpunkt findet sich das Haus XII. Sie werden die schreckliche Orte des Typhoeus genannt. Haus VI spricht von Krankheit, Problemen bei der täglichen Arbeit während das Haus XII über Krankheit und Elend spricht. Eine Opposition von Planeten in der Achse Haus VI/XII gibt immer Anhaltspunkte für gesundheitliche Risiken oder Probleme.
Häusersysteme im Vergleich und die Bedeutung der Häuser Home Angebote Über mich Links Kontakt E - Mail
Ab sofort werden alle Analysen mit der vedischen Astrologie erstellt...